Der Clusterkopfschmerz zählt zu den sogenannten trigeminoautonomen Kopfschmerzerkrankungen. Er gilt als eine der stärksten bekannten Schmerzformen und wird deshalb auch als „Suicide Headache” bezeichnet. Obwohl die Erkrankung deutlich seltener ist als Migräne, wird sie häufig erst spät erkannt oder zunächst mit anderen Erkrankungen verwechselt. Viele Betroffene berichten von einem langen Leidensweg – nicht selten vergehen mehrere Jahre bis zur richtigen Diagnose.
Symptome
Typisch sind extrem starke, einseitige Schmerzattacken im Bereich rund um Auge, Stirn oder Schläfe. Die Schmerzen treten oft plötzlich auf und werden von vielen Betroffenen als „bohrend”, „brennend” und „unerträglich” beschrieben. Zusätzlich kommt es häufig zu Begleitsymptomen wie tränendem und gerötetem Auge, laufender oder verstopfter Nase, Schwitzen oder Unruhe auf der betroffenen Seite.
Verlauf
Die Attacken dauern meist zwischen 15 Minuten und 3 Stunden und können mehrmals täglich auftreten – oft über Wochen oder Monate hinweg (sog. „Clustern”), gefolgt von beschwerdefreien Intervallen. Viele Betroffene erleben die Schmerzen besonders häufig nachts. Anders als bei Migräne besteht während der Attacken meist ein starker Bewegungsdrang, weshalb viele Menschen mit Clusterkopfschmerz nicht ruhig liegen können.
Aufklärung und Vernetzung
Da die Erkrankung vergleichsweise selten ist, fühlen sich viele Betroffene lange unverstanden oder alleine. Umso wichtiger sind Aufklärung, Vernetzung und der Austausch mit anderen Betroffenen. Deshalb arbeiten wir von Kopfweh Österreich auch eng mit Stefan Kohlweg und dem österreichischen Clusterkopfschmerzverein zusammen. Neben Informationsangeboten gibt es dort auch eigene Treffen und Austauschmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige.
Behandlung
Die Behandlung von Clusterkopfschmerz unterscheidet sich deutlich von jener der Migräne. Häufig kommen spezielle Akuttherapien wie hochdosierter Sauerstoff über eine eigene Maske oder schnellwirksame Triptane zum Einsatz. Zusätzlich gibt es vorbeugende Therapien, die individuell mit spezialisierten Neurologen abgestimmt werden sollten.
Gerade weil Clusterkopfschmerz nach wie vor wenig bekannt ist, ist es uns ein großes Anliegen, auf diese schwere Erkrankung aufmerksam zu machen und Betroffenen zu zeigen: Niemand muss mit dieser Erkrankung alleine bleiben.
Quellen
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Clusterkopfschmerz
- International Headache Society (IHS): International Classification of Headache Disorders (ICHD-3), 2018
- Schmerzklinik Kiel: Clusterkopfschmerz
- Mayo Clinic: Cluster headache
- European Academy of Neurology (EAN) Guidelines on Cluster Headache, 2023