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Kopfschmerz- & Migränelexikon A–Z

Kopfweh Österreich LexikonBegriffeMigräne

A

Allodynie Berührungen, die normalerweise nicht schmerzhaft sind, werden plötzlich als unangenehm oder schmerzhaft empfunden — z. B. Haare kämmen, Brille tragen oder auf der betroffenen Seite liegen.

Attackenfrequenz Beschreibt, wie oft Kopfschmerzattacken auftreten. Wichtig zur Beurteilung des Verlaufs und des Therapieerfolgs.

Attackentherapie Behandlung einer akuten Migräne- oder Kopfschmerzattacke, z. B. mit Triptanen oder Schmerzmitteln.

Aura Neurologische Symptome vor oder während einer Migräneattacke, etwa Flimmersehen, Kribbeln oder Sprachstörungen.

B

Basilarismigräne / Migräne mit Hirnstammaura Seltene Migräneform mit Symptomen wie Schwindel, Doppelbildern oder Sprachstörungen.

Botox Therapieoption bei chronischer Migräne. Botox wird an bestimmten Punkten im Kopf- und Nackenbereich injiziert (PREEMPT-Schema).

Brain Fog „Gehirnnebel” – Konzentrationsprobleme, Denkverlangsamung oder Wortfindungsstörungen rund um eine Migräneattacke.

Burden of Disease Beschreibt die gesamte Belastung einer Erkrankung auf Alltag, Beruf, Psyche und Lebensqualität.

C

CGRP „Calcitonin Gene-Related Peptide” – ein Botenstoff, der bei Migräne eine zentrale Rolle spielt. Moderne Medikamente blockieren CGRP oder dessen Rezeptor.

Chronifizierung Übergang von gelegentlichen zu häufigen oder chronischen Kopfschmerzen.

Chronische Migräne Migräne mit mindestens 15 Kopfschmerztagen pro Monat über mehr als 3 Monate.

Clusterkopfschmerz Eine trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankung mit extrem starken, meist streng einseitigen Schmerzattacken rund um Auge oder Schläfe.

D

Dauerprophylaxe Vorbeugende Behandlung, die regelmäßig eingenommen wird, um Attacken zu reduzieren.

Disability Einschränkungen im Alltag durch Kopfschmerzen oder Migräne.

Dopamin Botenstoff im Gehirn, der möglicherweise an Symptomen wie Gähnen oder Übelkeit beteiligt ist.

Duftstofftrigger Parfums, Reinigungsmittel oder andere Gerüche können bei manchen Menschen Migräne auslösen.

E

Episodische Migräne Migräne mit weniger als 15 Kopfschmerztagen pro Monat.

Erhaltungstherapie Langfristige Behandlung zur Stabilisierung einer Erkrankung.

F

Flimmerskotom Typische visuelle Aura mit flackernden oder blinden Bereichen im Sichtfeld.

Fremdanamnese Informationen von Angehörigen oder Begleitpersonen über Symptome oder Attacken.

G

Gepante Neue Migränemedikamente, die den CGRP-Signalweg blockieren. Derzeit zwei Wirkstoffe in Europa zugelassen (Rimegepant und Atogepant).

Generalisierte Reizempfindlichkeit Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen oder Berührungen.

H

Hemicrania continua Dauerhafter, streng einseitiger Kopfschmerz mit zwischenzeitlichen Schmerzverstärkungen.

Hemiplegische Migräne Seltene Migräneform mit vorübergehenden Lähmungserscheinungen.

Histamin Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der unter anderem bei Allergien, Entzündungen und im Nervensystem eine Rolle spielt. Manche Betroffene berichten, dass histaminreiche Lebensmittel wie Rotwein, gereifter Käse oder Geräuchertes Migräneattacken auslösen oder verstärken können.

HIT-6 Fragebogen zur Erfassung, wie stark Kopfschmerzen den Alltag beeinträchtigen.

Hormone Hormonelle Veränderungen können Migräne beeinflussen.

I

ICHD-3 Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen.

Indometacin Wichtiger Wirkstoff bei den trigeminoautonomen Kopfschmerzerkrankungen, vor allem der Paroxysmalen Hemikranie (Diagnosekriterium: Wirksamkeit dieses Wirkstoffes).

Interictal Burden Belastung zwischen den Attacken, z. B. Angst vor der nächsten Migräne oder dauerhafte Erschöpfung.

Ibuprofen Häufig verwendetes Schmerzmittel bei Kopfschmerzen — sollte nicht zu häufig eingenommen werden.

J

Journaling / Kopfschmerztagebuch Dokumentation von Attacken, Triggern und Medikamenten zur besseren Therapieplanung.

K

Komorbidität Begleiterkrankungen, die gemeinsam mit Migräne auftreten können (z.B.: Depressionen, Endometriose etc.)

Kopfschmerzhygiene Alltagsmaßnahmen wie geregelter Schlaf, ausreichendes Trinken und Stressmanagement.

Kutane Allodynie Schmerzhafte Hautüberempfindlichkeit während einer Attacke (Haarekämmen z.B. nicht mehr möglich).

L

Latenzzeit Zeitspanne zwischen Auslöser und Beginn einer Attacke oder Wirkung eines Medikaments.

Lichtempfindlichkeit Viele Betroffene reagieren während einer Attacke empfindlich auf Licht.

M

Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK)/Medication overuse headache (MOH) Kopfschmerzen durch zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln oder Triptanen (10/20-Regel).

MIDAS-Score Der MIDAS-Fragebogen (Migraine Disability Assessment) erfasst, wie stark die Migräne den Alltag in den letzten 3 Monaten beeinträchtigt hat.

Migräne Neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Attacken, oft begleitet von Übelkeit sowie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit.

Migräne mit Aura Migräneform mit neurologischen Symptomen wie Sehstörungen oder Kribbeln, die vor der eigentlichen Kopfschmerzphase auftreten.

Migräne ohne Aura Häufigste Form der Migräne ohne neurologische Vorboten.

Migräneprophylaxe Vorbeugende Behandlung zur Verringerung von Häufigkeit und Stärke der Attacken. Medikamentös und nicht-medikamentös möglich.

N

Nausea Medizinischer Begriff für Übelkeit.

Nervenblockade Therapie, bei der bestimmte Nerven mit Lokalanästhetika behandelt werden (z.B. Occipitalis-Blockade im Status migraenosus).

Neuromodulation Therapieform, bei der Nerven elektrisch oder magnetisch stimuliert werden.

O

Okzipitalisblockade Spezielle Nervenblockade der Hinterhauptsnerven (v. a. zur Therapie eines therapierefraktären Status migraenosus).

Okzipitalneuralgie Schmerzen im Hinterkopf durch gereizte Hinterhauptsnerven.

Osmophobie Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen.

P

Paroxysmale Hemikranie Seltene trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankung mit häufigen, sehr kurzen, streng einseitigen Attacken rund um das Auge.

Photophobie Lichtempfindlichkeit.

Phonophobie Geräuschempfindlichkeit.

Postdromalphase „Migräne-Kater” nach der Attacke mit Erschöpfung oder Konzentrationsproblemen.

Primärer Kopfschmerz Kopfschmerzen, die selbst die eigentliche Erkrankung darstellen, z. B. Migräne oder Clusterkopfschmerz.

Prodromalphase Frühe Phase vor einer Attacke mit Symptomen wie z.B. Müdigkeit, Heißhunger oder depressiver Verstimmung.

Prophylaxe Vorbeugende Dauertherapie zur Verringerung von Häufigkeit oder Stärke der Attacken.

Q

QoL (Quality of Life) Beschreibt die Lebensqualität und wie stark eine Erkrankung den Alltag beeinflusst.

R

Red Flags Warnzeichen bei Kopfschmerzen, die auf eine ernste Ursache hinweisen können (z.B. sehr hohes Fieber, Nackensteifigkeit, plötzliche “andere” starke Kopfschmerzen).

Refraktäre Migräne Migräne, die auf mehrere Therapien nicht ausreichend anspricht.

Reizempfindlichkeit Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen.

S

Sekundäre Sensibilisierung Verstärkte Schmerzempfindlichkeit durch chronische Schmerzreize.

Sekundärer Kopfschmerz Kopfschmerzen als Folge einer anderen Erkrankung oder Ursache (z.B. Kopfschmerzen bei Nebenhöhlenentzündung).

Sensibilisierung Übersteigerte Schmerzverarbeitung im Nervensystem.

Serotonin Botenstoff im Gehirn, der bei Migräne eine wichtige Rolle spielt (Triptane wirken z.B. darüber).

Spannungskopfschmerz Häufigste Kopfschmerzform mit dumpf-drückendem Schmerz “Haarband-Kopfschmerz”.

SUNCT / SUNA Sehr seltene trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankungen mit extrem kurzen Schmerzattacken.

T

Toleranzentwicklung Nachlassende Wirkung eines Medikaments bei längerer Anwendung.

Trigger Faktoren, die Attacken begünstigen können, etwa Stress oder Schlafmangel.

Trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankungen (TACs) Gruppe seltener, meist streng einseitiger Kopfschmerzerkrankungen mit autonomen Symptomen wie tränendem Auge oder laufender Nase (z.B. Cluster-Kopfschmerz).

Triptane Spezielle Migränemedikamente zur Akuttherapie.

U

Übergebrauch Zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln oder Triptanen.

Übelkeit Häufiges Begleitsymptom der Migräne.

Unilateraler Schmerz Einseitiger Kopfschmerz.

V

Vasodilatation Erweiterung von Blutgefäßen.

Verlaufsprotokoll Dokumentation von Attacken und Symptomen.

Vestibuläre Migräne Migräneform mit Schwindel als Hauptsymptom.

W

Wear-off-Effekt Nachlassende Wirkung einer Therapie kurz vor der nächsten Dosis.

Wetterfühligkeit Empfindlichkeit gegenüber Wetter- oder Luftdruckveränderungen.

X

Xerostomie Mundtrockenheit – mögliche Nebenwirkung mancher Medikamente.

Y

Yoga Kann helfen, Stress zu reduzieren und Entspannung zu fördern.

Yawning (Gähnen) Kann ein frühes Warnzeichen einer Migräneattacke sein.

Z

Zentrale Sensibilisierung Verstärkte Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem.

Zentralnervensystem Gehirn und Rückenmark — hier entstehen und verarbeiten sich Schmerzsignale.

Zervikogener Kopfschmerz Kopfschmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen.