Kopfweh Österreich
Über uns

Migräne und Wechseljahre

Kopfweh Österreich MigräneHormoneWechseljahre

Die Wechseljahre können einen großen Einfluss auf die Migräne haben. Während manche Frauen in dieser Lebensphase erstmals Migräne entwickeln, berichten andere über eine deutliche Verschlechterung ihrer bisherigen Beschwerden. Besonders die Zeit der sogenannten Perimenopause – also die Jahre vor der letzten Regelblutung – gilt als besonders problematisch. In dieser Phase schwanken die Hormonspiegel oft stark, wodurch Migräneattacken häufiger oder intensiver auftreten können.

Nach den Wechseljahren verbessert sich die Migräne bei vielen Betroffenen wieder, da die Hormone stabil niedrig bleiben. Allerdings gilt das vor allem für Migräne ohne Aura. Frauen mit Migräne mit Aura können auch weiterhin Beschwerden haben oder sogar erstmals Aura-Symptome entwickeln.

Zusätzlich können typische Wechseljahrsbeschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stress oder Stimmungsschwankungen Migräne verstärken. Daher ist ein ganzheitlicher Blick auf die Beschwerden wichtig.

Hormonersatztherapie

Auch Hormonersatztherapien spielen eine Rolle. Besonders starke hormonelle Schwankungen können Migräne triggern, weshalb möglichst konstante Hormonspiegel angestrebt werden sollten. Dabei werden häufig transdermale Präparate wie Pflaster oder Gele besser vertragen als Tabletten. Bioidente Hormone – also Hormone mit derselben chemischen Struktur wie körpereigenes Östrogen oder Progesteron – werden zunehmend eingesetzt. Einige Studien deuten darauf hin, dass sie bei sorgfältiger Anwendung besser verträglich sein könnten. Dennoch gibt es aktuell keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege dafür, dass bioidente Hormone Migräne grundsätzlich besser beeinflussen als andere moderne Hormonersatztherapien. Die Behandlung sollte daher immer individuell und ärztlich begleitet erfolgen.

Neben hormonellen Maßnahmen helfen vielen Betroffenen auch klassische Migränetherapien, regelmäßige Bewegung, guter Schlaf und Stressmanagement.

Quellen

  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Migräne und Hormone
  • Schmerzklinik Kiel: Frau & Hormone
  • Nappi RE, Cagnacci A. Hormonal management of migraine at menopause. Menopause International. 2012;18(2):82-86.
  • MacGregor EA. Migraine, menopause and hormone replacement therapy. Post Reprod Health. 2018;24(1):11-18.
  • The North American Menopause Society (NAMS): Hormone Therapy Position Statement, 2022.